Alle Beiträge von Albert Büchi

Sitzballgruppe hört auf

Egon Köstenberger, der älteste noch aktive Sitzballspieler der Schweiz, muss sich einer Augenoperation unterziehen. Angesichts seines Alters, er ist 77, hat er sich entschlossen, endgültig mit dem Sitzballsport aufzuhören. Das bedeutet auch das Ende der Sitzballgruppe des Behinderten-Sportclubs Winterthur. Schon seit einigen Monaten nahmen nebst Köstenberger nur noch Adrian Köppel und Albert Büchi regelmässig am Training teil. Zu zweit ist es aber schwierig, in einer Sportart, in der eine Mannschaft eigentlich aus fünf Leuten bestehen muss, ein vernünftiges Training zu absolvieren. Da die Schweizer Sitzballszene allgemein unter akutem Nachwuchsmangel leidet, ist auch kaum damit zu rechnen, dass die Gruppe in absehbarer Zukunft Zuwachs erhält.

Die Sitzballgruppe des BSW wurde anfangs der 70er-Jahre gegründet. 1976 gewann sie die C-Meisterschaft. Der grösste Erfolg war wohl der Sieg in der B-Meisterschaft 1998 und der damit verbundene Aufstieg in die oberste Spielklasse. 20 Jahre später ist nicht nur die Sitzballgruppe Winterthur am Ende, es gibt auch keine Meisterschaft mehr.

Der BSW führte 29 Mal in Winterthur das internationale Eulach-Turnier sowie dreimal die Schweizermeisterschaft durch. Zu Spitzenzeiten in den frühen 90er-Jahren konnte er zwei Mannschaften an die Meisterschaften entsenden, danach ging die Teilnehmerzahl kontinuierlich zurück. Ressortleiter Albert Büchi durfte als Mitglied der Schweizer Nationalmannschaft 2010 in Uganda und 2013 in Ruanda jeweils eine Bronzemedaille in Empfang nehmen.

Special-Olympics-Unihockeyturnier in Wohlen

Winti vor, noch ein Tor …

17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Behinderten-Sportclub Winterthur, wahrscheinlich so viele wie noch nie zuvor, reisten am Samstag, 24. November zum Unihockey-Turnier nach Wohlen. Die vielen Spielerinnen und Spieler bei Winti waren auch dringend nötig, schliesslich wurden die 12 Minuten pro Match während des ganzen Tages ohne Pause oder Seitenwechsel am Stück gespielt. Eine ermüdende Sache, hätte man eben nicht diese vielen Wechsel-Optionen gehabt.

Die zwei Teams, Winti 1 und Winti 2, starteten in den Kategorien C und D. Selten ging es emotional so weit hoch und so weit runter wie an diesem Tag: Mal führte Winti 2 mit 2:0, verlor am Ende doch noch 3:5, mal lag man früh zurück und gewann am Ende doch noch…

Beide Mannschaften schafften es dazu passend auch erst im Schlussspurt, sich noch für das Klassierungsspiel um Platz 3 zu qualifizieren. Ein weiteres Spiel in der Finalrunde – da war der Tag für den BSW schon fast gewonnen.

Winti 2 spielte gegen die zwyssigstars 2, gegen die man am Vormittag spektakulär 3:5 verloren hatte, und konnte sich ins Penaltyschiessen retten. Leider hatte man da weniger Glück und verlor knapp mit einem Tor Unterschied. Winti 1 spielte im Match um Platz 3 gegen chur unihockey 1, gegen die man am Morgen 1:3 unterlag. Und siehe da, der Glaube an die eigenen Fähigkeiten war intakt und Winti 1 entschied die Partie letztendlich mit 3:1 für sich.

Pokale, Medaillen, Schokolade … all das gab es an der Siegerehrung abzuholen, an welcher Bianca von Winti 2 noch eine spezielle Erwähnung fand: Sie feierte genau an diesem Tag Geburtstag. Das Fazit des Tages: Niemals aufgeben, immer weiter, immer weiter…

Michael Müller

Samichlaus kam mit Ersatz-Schmutzli

Am Samstagabend, 1. Dezember, durfte Co-Präsidentin Peggy Bächli 81 Erwachsene und 14 Kinder zum traditionellen Chlausabend des Behinderten-Sportclubs Winterthur begrüssen. Ihre Bedenken, der Samichlaus könnte angesichts des frühen Termins absagen, waren unbegründet. Er erschien in gewohnter Frische. Allerdings stand ihm nicht der bewährte Schmutzli zur Seite. Der zog an diesem Abend nämlich das Konzert von Gölä im Hallenstadion vor. Der Ersatz war aber ebenso schwarz und ebenso schweigsam. Und auch Trämpeli, das treue Grautier von Samichlaus war wieder dabei.

Seit Jahren geniesst der BSW für seine Chlausfeier Gastrecht im Coop-Restaurant in Winterthur. Einige Damen und Herren in Küche und Service schieben jeweils Überstunden, um die Sportlerinnen und Sportler mit einer Beeinträchtigung, den Vorstand, das Leiterteam und Gäste mit einem Nachtessen zu verwöhnen. Eine fünfköpfige Kapelle sorgt für musikalische Unterhaltung, und alle Teilnehmenden können mit einem prall gefüllten Chlaussäckli den Heimweg antreten.

Albert Büchi